Eigene Waffe auf einer Reise richtig aufbewahren - worauf kommt es an?
Waffen Ferkinghoff

Von ungesicherten Waffen gehen Gefahren aus. Schon ein kurzer Blick in die jüngere Vergangenheit reicht aus, um diese Aussage zu untermauern. Dabei wird oft eine unsachgemäße und fahrlässige Aufbewahrung zum Problem. Wer als Sportschütze oder Jäger unterwegs ist, steht vor einer besonderen Herausforderung: Wie kann ich die Waffe einerseits sicher für meine Umwelt und mich aufbewahren, aber auch so transportieren, dass keine Beschädigung zu befürchten ist?

Besonders schwierig werden deren Transport und Unterbringung im Rahmen einer Motorradreise, da hier in der Regel nur ein begrenzter Raum zum Verstauen verfügbar ist. Zum besonderen Problem kann das Ganze werden, wenn die Waffe zwischen Deutschland und dem Ausland transportiert werden soll.

Artikelbild: Laut Bundesministerium des Inneren befinden sich in Deutschland zwanzig Millionen illegale Schusswaffen. Bild: Eigene Darstellung.

Rechtliche Bestimmungen - Safety first
Im Allgemeinen gelten für die Aufbewahrung von Waffen hohe Sicherheitsanforderungen nach §36 WaffG. Eine Lagerung im Haus umfasst unter anderem:

  • die angemessene Grundsicherung der Immobilie
  • das getrennte Verwahren von Waffe und Munition
  • Stillschweigen hinsichtlich der Aufbewahrung gegenüber Dritten
  • der Entzug aus dem Verfügungsbereich Unbefugter (etwa der eigenen Kinder).

Unternehmen Sie eine Reise, lassen sich nicht alle dieser Grundregeln einhalten. Hierbei kommt außerdem zum Tragen, dass hinsichtlich einer Aus- und Einfuhr von Waffen gewisse Regeln einzuhalten sind. So muss im Fall einer Mitnahme von Waffen zwischen der Bundesrepublik und anderen EU-Staaten nach §32 Abs. 2 WaffG ein Europäischer Feuerwaffenpass vorhanden sein. Darüber hinaus kann eine Erlaubnis der jeweiligen Mitgliedsstaaten erforderlich sein.

Achtung: Der Europäische Feuerwaffenpass ist allein die Grundlage des Waffentransports, er berechtigt aber weder zum Führen noch dem Besitz der Waffe. Zudem ist zu beachten, inwiefern die Waffe bei den zuständigen Behörden (z. B. Zoll) anzumelden ist.

Hinsichtlich des Transports und dem Verwahren einer Waffe im Hotel oder einer Pension ist natürlich klar, dass die hohen Anforderungen wie bei der Aufbewahrung im eigenen Haus schwer einzuhalten sind. Hier ist auf eine angemessene Verwahrung Wert zu legen - beispielsweise durch das Entfernen funktionsrelevanter Teile. Und natürlich gilt auch hier die getrennte Lagerung von Waffe und Munition. Eine gute Lösung stellt hierbei die Nutzung einer Munitionsbox dar. Weitere Informationen lassen sich auf der Webseite von Ferkinghoff finden.

Waffen gegen Schaden sicher verstauen.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn Ihre Waffe auf Reisen Schaden nimmt. Gerade die Visieroptik ist - anders als die mechanischen Teile - mitunter sehr empfindlich. Um Waffen während einer Reise zu transportieren, sollte deshalb auf einen getrennten Transport von Visier und Waffe Wert gelegt werden. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, kommt gerade bei Langwaffen um deren Zerlegen selten herum. Aufgrund des hiermit verbundenen hohen Gepäckaufwands ist die Motorradreise mit Langwaffen sicher nur im Ausnahmefall sinnvoll. Generell gewährleistet der Einsatz von gepolsterten Futteralen oder Waffenkoffern ein hohes Maß hinsichtlich eines beschädigungslosen Transports.

Fazit: Die Sicherheit kommt immer zuerst
Wer mit seiner Waffe verreist, muss immer zuerst die Sicherheit im Auge haben. Gerade die Mitnahme von Langwaffen lässt sich selten im Geheimen abwickeln. Umso wichtiger ist der Einsatz abschließbarer Waffenkoffer. Natürlich müssen Sie hier auch an die rechtlichen Rahmenbedingungen denken. Erkundigen Sie sich daher frühzeitig vor der eigentlichen Reise bei den betreffenden Behörden wie dem Auswärtigen Amt. Hier erhalten Sie Informationen zu den Einreisebestimmungen in alle Länder.

Geschrieben am 30.08.2014

[zurück]